TORREDEMBARRA

Torredembarra, von Freunden <La Torre> genannt, befindet sich an der Küste Kataloniens, 12 Km von Tarragona und 80 Km von Barcelona entfernt, in unmittelbarer Nähe der Mittelmeerautobahn (Autopista del Mediterraneo) 25 Km südlich der Abzweigung der Nordautobahn (Autopista del Norte).

Jahrhunderte lang war Torredembarra das Einkaufszentrum eines kleinen Bezirks von mehreren Ortschaften. Obwohl das Gemeindegebiet von Torredembarra kleiner ist als das der Nachbarorte, ist die Einwohnerzahl immer grösser gewesen. Sie beträgt z.Zt. mehr als 5000. Immer hat es einen bedeutenden Teil der Bevölkerung gegeben, der nicht von der Landwirtshaft sondern von handwerk, Handel und vom Meer gelebt hat.



Der Umriss des Bezirks gleicht einem Dreieck, dessen Grundlinie viel länger als die beiden anderen Seiten ist. Die Grundlinie ist die Küste. Sie besteht aus einem Felsstreifen von knapp einem Kilometer Länge und einem mehr als drei Kilometer langen, breiten und flachen Strand mit feinem Sand.

Dieser lange Strand nimmt in der Hochsaison im Sommer etwa hundertausend Badegäste auf und wird trotzdem nicht voll.

Ein grosser Teil der Bevölkerung hat vom Meer gelebt, und zwar nicht nur vom Fischfang, Obwohl das Fischerviertel einen wichtigen Teil des Ortes darstellt (wegen der zahlreichen Felsen auf dem Meeresgrund, die vom Land nicht sichtbar, aber den Fischern gut bekannt sind).

Vom Meer hat auch der Teil der Bevölkerung gelebt, der bis Anfang dieses Jahrhunderts Vom Strand aus Waren verschiffte Das ist verwunderlich. Es gibt aber Angaben, nach denen im 19. Jahrhundert neben Schiffen aus dem Mittelmeer, amerikanische und Nordeuropäische Schiffe hier ankerten. Es waren sowohl Schiffe grosser Tonnage, wie z.B. Fregatten, Schoner und Brigantinen, als auch kleinere Schiffe. Sie wurden vor allem mit Wein und Branntwein beladen, und zwar durchschnittlich ein Schiff alle zwei Tage.

Andererseits war und ist der vom Land lebende Bevölkerungsteil ebenfalls bedeutend. Obwohl, wie bereits erwähnt, der Ort nicht sehr ausgedehnt ist, haben die Bauern von La Torre sich auf eine Intensivwirtschaft spezialisiert, indem sie die Felder mit Schöpfrädern bewässern, eine primitive aber effiziente Art der Bewässerung, die wir von den Arabern übernommen haben.

Die Verwendung von Schöpfrädern, die jetzt durch moderne Pumpanlagen ersetzt worden ist, hat im Laufe der Generationen dazu geführt, dass sich die Bauern in La Torre zu erfahrenen Gärtnern entwickelt haben, die auch von dem ausgezeichneten Klima in der Ebene profitieren.

Handwerker und Händler bildeten die übrigen Teil der Bevölkerung. Unter den Handwerkern sind Fassbinder, die wegen der Weinverschiffung sehr gefragt waren, Schmiede, Stellmacher

Zimmerer, Möbeltischler, Töpfer, Seiler, Weber, Riemer, Schuhmacher und Maurer zu nennen. Die wichtigsten Handwerksberufe waren also vertreten. Viele von ihnen sind seit Jahre verschwunden. Einige aber existieren noch jetzt.

Unter den Händlern waren die Weinexporteure und die Getreidehändler die wichtigsten. Die Getreidehändler versorgten die Bauern auch mit Düngemitteln und agierten sehr oft gleichzeitig als Bankiers und Geldverleiher. Ihnen gehörten meistens auch die Geschäfte in denen die kleinen Leute aus dem Bezirk, die zu Fuss kamen, kauften.

Das war die Lebensform im Mittelalter, als der Ort von Mauern umgeben war. Sie hat sich bis vor wenigen Jahren gehalten und ist auch jetzt noch nicht vollständig verschwunden. Zu unterstreichen ist, dass diese Einteilung der Bevölkerung in verschiedene Kategorien ein soziales Gleichgewicht geschaffen hat, das bis heute beibehalten worden ist.

Das Ergebnis dieses geschichtlich tiefverwurzelten Gleichgewichts ist eine liberale Einstellung der Ortsbewohner gegenüber Fremden. Man betrachtet sich als Weltbürger und hat eine hilfreiche, freundliche und pflichtbewusste Einstellung gegenüber Besuchern, die Vertrauen schafft.

Einmal pro Woche findet in der Straße hinter der alten Burg von Torredembarra ein Straßenmarkt statt. Das katalanische Kunsthandwerk und die Landwirtschaft treffen sich mit ihren Erzeugnisse in dieser Straße Torredembarras. Wie durch Zauberhand verwandeln sich die Plätze in Märkte, auf denen alles mögliche zu entdecken ist.